Italien, Autonome Provinz Bozen-Südtirol
Wappen   Südtiroler Landesarchiv
5.2.1 Bestände: Gesamtübersicht der Bestände - Bestände

Die komplette Bestandssystematik findet sich im Internet-Angebot des Südtiroler Landesarchivs . Die folgende Zusammenstellung bietet eine kommentierte Auswahl:

1. Verfachbücher: 1519-1958

Anfang des 16. Jahrhunderts wurden alle nicht Siegelfähigen verpflichtet, ihre privatrechtlichen Verträge vor dem ordentlichen Gericht abzuschließen und protokollieren zu lassen. So entstanden bei den einzelnen Gerichten umfangreiche Protokollserien über Kauf-, Tausch-, Erb- und andere Verträge. Verfachbücher wurden bis zur Anlegung des Grundbuches Anfang des 20. Jahrhunderts geführt. Der Bestand umfaßt ca. 17 000 Bände (einschließlich Registerbände).

2. Grafschaft Tirol: 1290-1490

Urbare, Zehnt- und Steuerregister landesfürstlicher Ämter in Südtirol (19 Handschriften).

3. Kataster und Steuerbücher: 18.-19.Jh.

Steuerbeschreibungen, nach Gerichten angelegt (934 Bände).

4. Akten der Servitutenregulierungskommission: 2. Hälfte des 19.Jh.

Diese Kommission hatte die Aufgabe, die verworrenen Servituts- und Dienstbarkeitsrechte zu vereinfachen und neu zu regeln (229 Bündel).

5. Landeshauptmannschaftsarchiv Bozen und Meran: 1563-1780

Für den Adel des Etsch- und Eisacktales bestand in Bozen unter dem Vorsitz des Landeshauptmanns an der Etsch als Vertreter des Landesfürsten eine eigene Gerichtsinstanz, in Meran eine Gerichtsschreiberei (8229 Faszikel).

6. Gemeindearchive: 13.-19./20.Jh.

Von 35 ehemaligen und z.T. noch heute bestehenden Gemeinden wird der älteste Teil ihrer Archive im Landesarchiv verwahrt; besonders umfangreich sind die Archive der Städte Sterzing und Bruneck (ca. 3500 Urkunden seit dem 13.Jh., Ratsprotokolle, Rechnungen und Akten seit dem 16.Jh., insgesamt 350 lfm.).

7. Archiv Schloß Kasten: 13.-19.Jh.

Privatarchiv der im Vinschgau begüterten Herren von Schlandersberg (1642 Urkunden, 1264-1824, Rechungsbücher seit dem ausgehenden 14.Jh., Urbare und Akten vom 15. bis ins 19.Jh.).

8. Archiv der Grafen Künigl: 13.-19.Jh.

Privatarchiv der im Pustertal ansässigen Grafen Künigl (2776 Urkunden, Rechnungsbücher, Urbare und Akten).

9. Archiv Gandegg: 1304-1559

Privatarchiv der gräflichen Familie Khuen-Belasi mit Schwerpunkt im Bozner und Überetscher Raum (370 Urkunden).

10. Urbare und Inventare von Kirchen und Bruderschaften

Zum Großteil unorganische Sammlungen von Inventaren, Urbaren und Rechnungen verschiedener Kirchen, Bruderschaften und ähnlicher Institutionen. Bedeutend der geschlossene Bestand der Urbare und Rechnungsbücher des Heiliggeistspitals Bozen (600 Bände, 1505-1876).

11. Archiv des Merkantilmagistrats Bozen: 1415-1851

In Bozen existierte von 1635-1849 ein Handelsgericht (64 Urkunden, 1415-1771; 58 Register und Handschriften, 1630-1850; 570 Bündel Akten, 1609-1851).

12. Archive der aufgehobenen Klöster

Von den Archiven der unter Kaiser Joseph II. und während der napoleonischen Zeit aufgehobenen Klöster sind nur mehr Restbestände vorhanden, die in der Regel nicht über das 17.Jh. zurückreichen (Originale). Außer dem Bestand des ehemaligen Klosters Sonnenburg (27 Bände Urbare und Lehenprotokolle, 1562-1833, sowie wenige Papierurkunden und Akten) sind sie unbedeutend.

13. Archiv Lachmüller

Das Privatarchiv der in Brixen ansässigen Freiherren von Lachmüller (Urkunden, Rechnungsbücher, Urbare, Akten, Familienkorrespondenzen) dokumentiert zugleich den Besitz verschiedener adeliger Familien (Morenberg, Offenhausen, Pallaus, Rottenbuch, Winkelhofen), ca. 50 lfm, 17.-19.Jh.

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